BitTorrent Sync (BTSync) auf Raspbian installieren

BTSync mit RaspiNachdem ich heute schon einiges zu dem Dienst BitTorrent Sync geschrieben habe, wollte ich eine Synchronisation zwischen meinem Desktop-PC und einem kleinen Raspberry Pi mit installiertem Raspbian einrichten.

Für Raspbian auf ARM-Basis gibt es leider noch kein Paket im APT-Repository, sodass man die Installation manuell vornehmen muss.

Da ich hauptsächlich meinen privaten PC mit meinem geschäftlichen Notebook synchronisiere, ergibt sich das Problem, dass beide idR nie zur gleichen Zeit eingeschaltet und online sind. Eine Synchronisation würde so – quasi – nie zustande kommen.

Bisher löse ich das über meinen kleinen Debian-RootServer, der ebenfalls eine Kopie der BTSync-Ordner hält. Wenn ich auf Arbeit bin, synchronisieren sich die Daten zum Root-Server, und sobald ich zu Hause bin, holt sich mein privater PC die Daten vom Root-Server und umgedreht.

Mit dieser kleinen Raspberry-Lösung, die die kommenden Wochen als kleine NAS-Lösung in den elterlichen Haushalt wandert, umgehe ich das datenschutzrechtliche Problem mit den „ausgelagerten Daten“ im Rechenzentrum.Ich habe gerade den Raspberry Pi frisch mit der aktuellen Raspbian-Distribution mittels win32DiskImager bespielt und per raspi-config die Grundeinstellungen (Hostname, Passwörter, etc.) gesetzt.

Nun wechseln wir ins Home-Verzeichnis des Users pi:

Und laden das aktuelle BTSync-ARM-Build herunter:

Dann entpacken wir das „stable„-File und löschen es im Anschluss:

Jetzt erstellen wir einen neuen Ordner unter /etc/ indem der Dienst zukünftig liegt, setzen einige Berechtigungen und verschieben das entpackte Binary dorthin:

Daraufhin erstellen wir eine Konfigurationsdatei sync.conf mit den Standardwerten:

Diese Datei müssen wir nun bearbeiten. Ich verwende dazu den Editor vi:

Es müssen folgende Werte geändert/angepasst werden:

  • „device_name“ : Tragt hier den Gerätenamen ein. Ich verwende den Hostnamen (in meinem Fall ‚raspi02‘)
  • „storage_path“ : Muss mit zwei // am Anfang der Zeile auskommentiert werden
  • „login“ : Den Benutzernamen für das Webinterface
  • „password“ : Das Passwort für das Webinterface

Mittels „:x“ im Editor vi wird die Datei gespeichert und geschlossen.

Damit das Programm BTSync als Dienst mitläuft und automatisch beim Booten mitgeladen wird muss nun noch ein Start/Stop-Script angelegt werden.

Dafür erstellen wir die Datei btsync im Verzeichnis /etc/init.d:

Und füllen Sie mit folgendem Inhalt, gefolgt von „:x“ zum speichern + schließen:

Jetzt müssen wir das Script noch ausführbar machen:

Damit BTSync beim Starten des Raspbian automatisch mitgestartet wird müssen wir es in die entsprechenden RunLevel eintragen:

Dabei erscheinen zwei Meldungen, die ihr getrost ignorieren könnt:

Nun können wir zum ersten mal BTSync als Dienst starten:

Hat alles geklappt quittiert BTSync den erfolgreichen Start durch Angabe einer PID:

Ab nun lässt sich das Webinterface per Browser ansteuern. Es horcht standardmäßig auf Port 8888 (der Port lässt sich in der /etc/btsync/sync.cfg ändern) und ist zunächst in englischer Sprache:

Die (noch) englische Startseite von BTSync

Die (noch) englische Startseite von BTSync

Über den Punkt Preferences oben rechts lässt sich die Sprache auf Deutsch umstellen:

BTSync Optionen

BTSync: Übersichtliche Optionen

Per SSH habe ich zuvor den Ordner /home/pi/BTSync/BoxCryptor angelegt, den ich oben rechts über den Punkt „Ordner hinzufügen“ per Secret und Pfad mit zwei Klicks hinzufüge:

Über das Secret und den Pfad lässt sich die Synchronisation schnell einrichten

Über das Secret und den Pfad lässt sich die Synchronisation schnell einrichten

Danach erscheint auf der Startseite der neue Ordner-Sync, inkl. der Ordnergröße, welche Clients den Ordner noch synchronisieren und die verbleibende Datenmenge, bis das Verzeichnis synchron ist:

Übersichtlich und alles relevante auf einen Blick - inkl. der verbundenen Peers

Übersichtlich und alles relevante auf einen Blick – inkl. der verbundenen Peers

Dabei rackert sich der Raspi tatsächlich etwas ab; während des Syncs habe ich mal einen Screenshot der top-Ausgabe erstellt. Man sieht, dass die CPU mit knapp 70% gut beansprucht wird:

Die top-Ausgabe auf einem Raspberry Pi

Die top-Ausgabe auf einem Raspberry Pi

Bastian

Seit 2006 bin ich täglich im IT-Umfeld unterwegs und interessiere mich für technische Lösungen im Hard- und Softwarebereich, die einem den Alltag erleichtern. Zu meinen Hobbies zählt ein 3D-Drucker, das auch (handwerkliche) Tüfteln, Scripten sowie der unqualifizierte Umgang mit dem Lötkolben.

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3 Antworten

  1. Olli sagt:

    Danke für die super Anleitung, hat perfekt geklappt.

    Welche Punkte von oben muss man den ausführen um auf eine neue Version von BTSync „upzudaten“ ?

    • Bastian sagt:

      Hallo,
      das ist eine gute Frage :) Ich nutze BTSync leider momentan nicht mehr – habe da gerade keinen konkreten Anwendungsfall und das nicht weiter verfolgt.
      Wenn du etwas findest, gib mir doch hier in den Kommentaren bescheid.

  1. 20. September 2013

    […] kurzem habe ich davon berichtet, wie ich meine Daten zwischen meinem Arbeitsplatz und meinem Heim-PC über BitTorrent Sync synchron […]

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