PRISM Break #3 – was sich gelohnt hat, was nicht

Es ist mittlerweile fast 1,5 Jahre her, dass ich meine Artikel zum Thema privater Datenschutz verfasst habe:

In den letzten Monaten hat sich viel getan; und es ist wirklich nicht einfach, „an den Großen vorbei“ seine Kommunikation oder Daten zu schleusen. Nachfolgend möchte ich einen kurzen Bericht abgeben, welche Lösungen sich tatsächlich etabliert haben – und welche, auch nach mehrmaligem Anlauf, kläglich gescheitert sind.

ownCloud -> SeaFile -> Bittorrent Sync

Ich habe mehrere Versuche mit ownCloud unternommen, auch über mehrere Versionen hinweg „immer mal wieder geprüft“ ob die Knackpunkte mittlerweile gefixt wurden. Das Ergebnis war grundsätzlich immer eine missmutige Stimmung und unterschwellige Aggressionen gegen ownCloud.

Das fängt damit an, dass es schier Tage dauert, einen Portable-Ordner mit ein paar Tausend kleinen Dateien zu synchronisieren (im gleichen Netz sowie nach Extern). Dazu kamen besagte Performance-Probleme unterschiedlicher Clientversionen (1 CPU-Kern quasi dauerhaft auf 100%), die ich mir durch die hohe Dateianzahl erklärt habe (Polling-Intervall etc. angepasst – nix gebracht).

Dazu kam dann auch, dass bei jedem Update von einer ownCloud-Serverversion auf die Nächste es IRGENDWO gekracht hat. Und wenn man sich ständig über den Sync aufregt, regt man sich noch viel mehr auf, nach jedem Update die Serverinstanz neu aufzusetzen und 30 GB hochzuladen.

SeaFile Cloud DemoIch habe nach Release von SeaFile 3.0 dieser Lösung eine Chance gegeben. Ich war zurfieden: der Sync hat funktioniert, auch bei vielen kleinen Dateien. Verschlüsselung auf Clientseite, sogar via Web-GUI. Clients für alle OS. Nachteil: Braucht dedizierte Hardware – nicht nur Webspace.

Da ich seit Jahren den ein oder anderen Root-Server laufen hatte, war das natürlich kein Problem. Ich war wirklich zufrieden. Nur eines hat mich gestört: Meine Daten liegen ja schon wieder in der Cloud!? Ja, ok, verschlüsselt, aber trotzdem…

Zwischenzeitlich habe ich vor einigen Monaten meine Synology DS211+ NAS durch einen HP ProLiant N54L ersetzt, welcher vor Kurzem durch einen Dell T20 PowerEdge ersetzt wurde. Dabei hat sich mir dann natürlich die Möglichkeit geboten, Seafile INTERN zu Hause einzusetzen – toll.

Weshalb bin ich nun zu BitTorrent-Sync gewechselt? Ich kann es selbst garnicht so richtig beschreiben… SeaFile war OK, hatte ein gutes Webinterface, der Sync hat immer geklappt, und auch Updates vom Server liefen problemlos.

BitTorrent SyncBitTorrent-Sync nutze ich seit einiger Zeit um Daten von meinem Dell-Server zu einer NAS im elterlichen Haushalt zu synchronisieren (Offsite-Backups). Ich war recht überrascht wie gut und einfach das funktioniert – bei tausend kleinen Dateien und manchen sehr Großen.
Da ich von unterwegs über die BTSync-App for iOS auf meine Daten zugreifen kann, und über eine RDP-VM, die mir von unterwegs als Remote-Desktop dient ebenfalls dran komme, war das also auch kein Problem.

Ich glaube entscheidend war für mich das Backup: Seafile ist toll, weil verschlüsselt – aber hier liegt auch der Knackpunkt, den ich kann nicht ohne weiteres die Daten wegsichern (außer eben der kompletten VM). Mit BTSync lasse ich die Daten auf meinen Fileserver synchronisieren, der wöchentliche Backups via Cobian Backup erstellt (ZIP, keine Komprimierung, Differentiell), die in einem BTSync-Ordner landen der Off-Site auf besagter NAS synchronisiert wird. Automatisch. Toll!

Das ganze habe ich noch optimiert durch Pydio – einem Online-Filemanager, den man prima als Cloud-Lösung zweckentfremden kann – dazu schreibe ich aber einen eigenständigen Artikel.

GoogleMail -> Roundcube -> Exchange 2013

Exchange 2013 OWAWas soll ich sagen? GoogleMail – insbesondere das Webinterface – sucht auch heute noch Seinesgleichen. Roundcube war kein ordentlicher Ersatz, auch nicht mit Baikal für CardDAV/CalDAV. Mich haben einfache Dinge ziemlich aufgeregt – etwa, dass sich RoundCube einfach nicht die eMail-Adressen merken wollte, an die ich manuell eMails geschickt habe (also die nicht im Adressbuch stehen) – so wie man es von Outlook kennt. Ein Auto-Complete in der AN-Zeile. Etwas so einfaches,…

Zudem war ich unzufrieden mit dem Kalender/Kontaktsync mit Baikal. Baikal ist NUR der reine Cal/Carddav-Server – da ist kein Webinterface zum Editieren dabei. Man kann sich nun behelfen – es gibt Plugins für Thunderbird oder Roundcube; teilweise auch kostenpflichtig. Aber irgendwie bin ich nicht warm geworden.

Seit einiger Zeit nutze ich ein Exchange 2013-Konto bei einem Provider meines Vertrauens und bin sehr zufrieden.

Apache OpenOffice

Seitdem ich Microsoft Office von meinen PCs und Notebooks verbannt und auf OpenOffice umgestiegen bin, habe ich nichts vermisst.

Die wenigen Briefe, die ich schreiben muss, kann ich wunderbar mit OpenOffice erledigen – ebenso die Tabellen-Kalkulation mit Calc.

Mozilla Firefox

Ja, ja… ich bin beim Firefox geblieben; wenn ich ehrlich bin aber nicht, weil er mir so toll gefällt. Ich finde immer noch, dass er viel RAM frisst und lahm ist. Lieber würde ich auf SRWare Iron umsteigen – da hier aber seit 3 Versionen die Anmeldung mit einem GoogleSync-Account nicht funktioniert,… und eigentlich wollte ich ja genau von solchen Dingen weg.

Der Hauptgrund ist aber eigentlich,…

LastPass -> KeeFox

KeePass 2 Datenbank… mein Passwortmanager.

Ich habe sehr gerne LastPass genutzt – konnte damit alle meine Kennwörter verwalten, und jeden Browser nutzen. Aber wir sprechen wieder davon, ALLE Kennwörter zu ALLEN Diensten in die Cloud zu legen, und auch noch zu den Amis. Wenn ich nicht genau hier ansetze, brauche ich diese Spielchen mit Cloud-daheim & Co garnicht betreiben.

Ich habe eine Alternative gesucht – und leider gibt es quasi keine auf dem Markt. Ich hatte die Wahl zwischen LastPass, Roboform oder KeePass.

Für letzteres habe ich mich entschieden, als ich die Erweiterung KeeFox gefunden habe – ein Addon für den Firefox, der eine Schnittstelle zu den Kennwörtern in der lokalen KeePass-Datenbank herstellt.

Es gibt das ein oder andere Plugin für KeePass, mit dem man z.B. Templates anlegen kann, sodass man sich Masken für Datenbank-Einträge, Bank-Zugänge, MySQL-Daten, etc. erstellen kann – wirklich toll.

Schaut es euch mal an – mir gefällt, dass ich die KeePass-Datenbank intern nur auf meinen Geräten synchronisiere, und ich noch viel mehr Daten darin einbetten kann (Zugangsdaten für nicht-Webzugänge, Lizenzdokumente als PDF, etc.).

Bin ich zufrieden?

Alles in Allem: JA.

Ich habe in den letzten Monaten eigentlich alles nach Hause geholt – meinem Dell T20-Server und einem KabelBW Business-Anschluss mit statischer IP-Adresse sei Dank.

Auch dieser Blog läuft virtuell auf einem Debian-ISPConfig 3 zu Hause. Die Kosten, die ich mir für dediziertes Cloud-Hosting, Web-Hosting, eMail-Hosting, VPS-Hosting, etc. gespart habe, stecke ich lieber in die Strom- und Anschaffungskosten besagten Servers. Die Rechnung war recht einfach (Stromkosten 5-7€ / Monat – soviel hat allein mein Webhosting-Paket bei all-inkl.com gekostet).

Es gibt noch kleinere Dinge, die mir nicht zusagen – ich suche noch nach einer optimaleren Lösung für die Passwort-Verwaltung (wer einen Tipp für mich hat, gerne!) – aber meine Daten liegen daheim, werden automatisch Off-Site gesichert, und die wirklich wichtigen Dinge sind verschlüsselt.

Bastian

Seit 2006 bin ich täglich im IT-Umfeld unterwegs und interessiere mich für technische Lösungen im Hard- und Softwarebereich, die einem den Alltag erleichtern. Zu meinen Hobbies zählt ein 3D-Drucker, das auch (handwerkliche) Tüfteln, Scripten sowie der unqualifizierte Umgang mit dem Lötkolben.

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5 Antworten

  1. Björn sagt:

    Wirklich sehr interessanter Beitrag den ich auch sehr gut nachempfinden kann. Denn diesen steinigen Weg habe ich auch beschritten.
    Ich habe genau wie du Owncloud, Seafile und BTSync ausprobiert. Den Anfang macht ich mit Owncloud in Version 3, eine totale Katastrophe, dann kam Seafile wo mir die Verschlüsselung aber ständig Probleme gemacht hat. Lange Zeit habe ich danach BTSync benutzt, obwohl es nie quelloffen war.
    Bloss irgendwann hat man BTSync umgewandelt in eine abgespeckte Free Version und eine kostenpflichtige Version.

    Wo bin ich heute? Auf der einen Seite habe ich für geschäftliche Dokumente einen Owncloud Server (läuft seit Version 7 richtig gut), der auch gleichzeitig meine RSS Feeds abholt und Notizen verwaltet. Andererseits nutze ich aber auch die Software Syncthing.

    Meine Mails kommen immer noch über meinen Webspace Provider.

    Beim Office Paket bin ich wegen der Arbeit auf Microsoft festgenagelt.

    Browser nutze ich immer noch Chrome (leider), aber der Firefox hat bei mir in der Vergangenheit doch zu viele Performance Probleme gehabt.

    Auch ich nutze Keepass auf dem Mac (bzw. Kypass Companion), weil es die einzigst gangbare Alternative ist und dafür auch Software für das iPhone existiert.

    Wie sieht es bei mir mit der Zufriedenheit aus? Ja gut alles funktioniert. Ob mich staatliche Stellen bzw. Großkonzerne nun weniger profilieren können weiss ich aber nicht. Im Endeffekt ist die Euphorie jedoch der Erkenntnis gewichen das man halt doch nicht ohne die Großen auskommt. Das sieht man schon daran das ich immer noch ein iPhone in der Tasche trage, weil Android Datenschutztechnisch noch viel schlimmer ist, und Ubuntu Phone noch nicht Wettbewerbsfähig ist.
    Einen Apple Laptop nutze ich auch noch weil Angebote mit Linux OS doch sehr selten sind, gerade einmal Dell bietet ein Gerät an was von der Performance und der Verarbeitung mit meinem Macbook mithalten kann.

    Auf jeden Fall vielen Dank für deinen Beitrag.

  2. Mario sagt:

    Wie denkst Du über 1Password ?

  3. Mit Unternehmen scrambling zu bauen, mobile apps, es gibt eine gold rush für Entwickler bereit zu rüsten Ihre technischen Fähigkeiten und die Einführung eines neuen design-mind-set. Mehr Menschen Zugriff auf das web über mobile Geräte als von personal Computern.
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  5. Nicht verwunderlich, dass die Erstellung von Webseiten ist schon lange aus der Kategorie Hobby und Wissenschaften IT.
    Dank der Web-Seiten, die derzeit viele Unternehmen, die Sie verbreiten Informationen über Produkte und Dienstleistungen. Daher sollte man, dass die Nachfrage nach Bildung der Webseiten ständig wächst. Dies führte zu einem Wettbewerb nicht nur zwischen Unternehmern, aber auch zwischen Unternehmen und Personen, die solche Dienstleistungen an.
    Man kann bemerken, dass die Umsetzung der Website wurde ein Teil der Unternehmen eine moderne, verbessert die Qualität, das Design, gab es mehrere Methoden und Technologien. Nun, jeder Unternehmer konzentrieren sich auf das Internet und die Web-Seite wird das Werkzeug für eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung.

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